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Ralph Ammer

SYNCHRON

1998

Computer als Instrument

Bewusst eine Tonfolge im voraus festzulegen, zu komponieren ist nur eine der zahlreichen Möglichkeiten, Musik zu erzeugen und meist kommen hier nur musikalisch ausgebildete Menschen zu guten Resultaten. Ähnliches gilt analog für die Erstellung ansprechender Bilder. Es stellte sich mir die Frage, ob und wie Menschen mit weniger ausgeprägten musikalischen oder künstlerischen Vorkenntnissen durch die Verwendung eines Computers dabei unterstützt werden können, gute auditive wie visuelle Ergebnisse zu generieren. Viele Bereiche der Musik basieren auf mathematischen Konzepten. Kann man diesen mathematischen Teil der Komposition von Musik dem Computer überlassen und so den Menschen dabei unterstützen, seine Kräfte auf den intuitiven Teil zu konzentrieren? Und wie?

Komplexität und Intuition

Die billigste Lösung, sicherzustellen, dass immer ein einigermaßen harmonisches musikalisches Resultat am Computer entsteht ist sicherlich, dem Benutzer lediglich die Kombination verschiedener vorgefertigter Sequenzen von Tönen zu gestatten. Allerdings wird man so durch die extrem eingeschränkte Interaktion recht schnell frustriert und die Ergebnisse sind naturgemäß stark limitiert und absehbar in ihrer Variation, also langweilig.

Eine Alternative, Bedingungen zu schaffen, in denen jeder „gute“, „schön klingende“ Ergebnisse im Sinne des Autors einer solchen Anwendung erzeugen kann besteht darin, lediglich die Auswahl der Töne zu beschränken, ihre Variationsmöglichkeiten aber relativ frei zu gestalten. So stellt man dem Publikum nicht alle zwölf Töne der chromatischen Tonleiter zur Verfügung sondern vielleicht nur die einer bestimmten Tonart oder einiger harmonischer Intervalle. Dadurch bleibt dem Anwender immer noch reichlich Bewegungsspielraum, individuelle Ergebnisse zu schaffen, ohne sich spürbar eingeschränkt zu fühlen.

Doch auch das freie, unbeholfene, vielleicht sogar dissonante Spiel eines Instruments kann unter Umständen „schön“ klingen, sofern es in einen entsprechenden Kontext eingebettet ist und so reizvolle Akzente und Gegensätze schafft. Allzu „harmonische“ Musik klingt ja gelegentlich auch gerne mal uninteressant. Es kann ohnehin nicht das Ziel einer Computeranwendung sein, „perfekte“ oder immer gut klingende Ergebnisse zu erstellen, ein Unterfangen, das wahrscheinlich ohnehin aufgrund fehlender objektiver Bewertungskriterien zum Scheitern verurteilt wäre. Es geht vielmehr darum, den Komponierenden oder Musizierenden dort durch Software zu unterstützen, wo der Rechner dazu in der Lage ist.

Erster Versuch

SYNCHRON ist ein erster tastender Gehversuch in dieser Richtung. Einzelne Elemente der Musik, wie z.B. Rhythmus oder Harmonie werden auf ihre Übersetzung in interaktive Anwendungen hin untersucht. Die Vorgehensweise bei der Erstellung dieser Einzelteile bestand im ersten Schritt darin, auditive und visuelle Empfindungen in Parameter wie Tonhöhe, Farbe, Klangfarbe, Lautstärke, usw. aufzuschlüsseln, sie in digitale Daten zu übersetzen und dann Verbindungen dieser Parameter zu definieren. Der finale Schritt war dann die intuitiv verständliche Visualisierung dieser Zusammenhänge, also die Findung einer sinnvollen Bild- und Tonsprache.

Bilder

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Downloads

SYNCHRON_OS9.sit (6 MB)
SYNCHRON_OSX.sit (6 MB)
SYNCHRON_win.zip (7 MB)