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Ralph Ammer

Talmud

2001

Zaun um die Tora

Das Jüdische Museum in Berlin vermittelt einer breiten Öffentlichkeit in einer umfangreichen Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen, einem Learningcenter und in unterschiedlichsten Veranstaltungen einen Eindruck von der Geschichte und dem Leben Mitbürger jüdischen Glaubens in Deutschland.

Im Rahmen der Dauerausstellung wurde eine interaktive Installation zum Talmud realisiert. Der Talmud stellt eine wichtige Ergänzung zur Tora dar. Er entstand aus dem Wunsch, die jüdische Lebensweise zu erhalten. Während die Tora Regeln vorgibt, erläutert und diskutiert der Talmud diese Regeln. Bevor vor ca. 2500 Jahren mit der schriftlichen Fixierung dieses Wissens begonnen wurde, gab man es mündlich von Generation zu Generation weiter. Die Niederschrift des Talmud wurde allerdings nie endgültig abgeschlossen, vielmehr wurde er ständig durch Anmerkungen ergänzt und erweitert. Dadurch erklärt sich das charakteristische Layout des Talmud.

Die interaktive Installation konzentriert sich auf den Übergang von der oralen zur schriftlichen Weitergabe des Wissens, den dynamischen Charakter des Buches und die Erklärung des daraus resultierenden Layouts.

Im Wesentlichen besteht sie aus einem leeren aufgeschlagenen Buch, auf das von oben projiziert wird. Die Besucher können durch Pusten auf eine Seite diese mit Text füllen. Die Buchstaben fliegen virtuell aus dem Mund an ihre Stelle auf der Seite. Sensoren messen den Luftdruck, ein Computer ermittelt daraus die Stärke und Richtung des Luftstroms und projiziert so mittels des Beamers die Animation auf das Buch. Erklärungstexte zu den einzelnen Bereichen begleiten auf der gegenüberliegenden Seite die „Entstehung“ der Seite.

Sensation und Information

Bei dieser Installation dominiert die magisch anmutende Art der immateriellen Interaktion des Pustens. Angesichts einer Ausstellung mit hoher Informationsdichte und eines umfangreichen wie komplexen Themas wie des Talmud erschien es sinnvoll, einem starken sinnlichen Erlebnis gegenüber einem ausufernden Informationsgehalt den Vorzug zu geben.

Bilder

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Beteiligte

Konzept: Ralph Ammer, Joachim Sauter
Gestaltung: Ralph Ammer, Simon Häcker, Joachim Sauter
Sensorik: Dieter Sachse
Projektleitung: Hans-Jörg Woite
Programmierung: Ralph Ammer, Frank Tinapp
Auftraggeber: Jüdisches Museum Berlin