Begreifen
Angeregt durch die Wahrnehmungslehre Claudius Lazzeronis und den Wunsch, die Möglichkeiten sinnlicher Informationsvermittlung am Computer zu erforschen stellte ich mir folgende Fragen:
1) Der Tastsinn hilft uns im Alltag bei der Beurteilung oder Einschätzung verschiedener Gegenstände. So gibt beispielsweise oft die Festigkeit Aufschluss über die Frische von Lebensmitteln. Lässt sich ein solcher Gebrauch des Tastsinns auf den Rechner übertragen?
2) Die Eingabemöglichkeiten sind bei einem heute gebräuchlichen Standard-PC meist auf Maus und Tastatur beschränkt. Kann man mit diesen, aus taktiler Sicht dürftigen Mitteln haptische Empfindungen erzeugen? Und wenn ja, findet sich dafür jenseits derartiger Designstudien Verwendung?
Schnittstellen
Es zeigte sich, dass sich mit den gegebenen einfachen Mitteln tatsächlich gelegentlich Illusionen von Empfindungen wie der rutschiger, spitzer oder runder Gegenstände erzeugen lassen. Dabei genügt oft der geschickte Einsatz von Bildern und Tönen in Kombination mit einem entsprechend definierten Verhaltens des Mauszeigers und der auf dem Bildschirm dargestellten Objekte. Nun sah ich meine nächste Aufgabe darin, die gewonnen Ideen in etwas brauchbarem, in meinem Fall, der Gestaltung von Bedienoberflächen anzuwenden.
Bei der Arbeit an diesen Studien begriff ich den Sinn und die Notwendigkeit auf den ersten Blick unsinnig oder verspielt anmutender Studien. Allerdings scheint es mir wichtig, dabei einen Ankerpunkt, wie z.B. ein Thema (hier: Tastsinn) nicht aus den Augen zu verlieren. Sonst läuft man allzu leicht Gefahr, sich in selbstbezogenen Spielereien mit technischen Entdeckungen zu verlieren.